Neues aus der Uni

„Menschen zu einer gesundheitsförderlichen Ernährung befähigen“

In der Rubrik „Neues aus der Uni“ stellt G+G-Digital Institute und Lehrstühle vor. Dieses Mal mit drei Fragen an Prof. Anette Buyken, Inhaberin der Professur für Public Health Nutrition an der Universität Paderborn.

Frau Professor Buyken, was ist derzeit Ihre wichtigste wissenschaftliche Fragestellung?

Anette Buyken: Wir untersuchen, welcher Rahmenbedingungen es zum einen im Setting Schule und Universität und zum anderen auf gesellschaftlicher Ebene bedarf, um Menschen zu einer gesundheitsförderlichen Ernährung zu befähigen.

Porträt von Prof. Anette Buyken, Inhaberin der Professur für Public Health Nutrition an der Universität Paderborn

Zur Person

Prof. Dr. Anette Buyken leitet seit 2017 die bundesweit erste Professur für Public Health Nutrition an der Universität Paderborn. Buyken studierte Oecotrophologie an der Universität Bonn, wo sie auch promovierte und sich für das Fach Ernährungsepidemiologie habilitierte. Die Wissenschaftlerin ist seit 2016 Mitglied des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Wie fördern Sie die Kooperation wissenschaftlicher Disziplinen und die Netzwerkbildung?

Buyken: Wir führen gemeinsame Projekte auf nationaler und internationaler Ebene mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Disziplinen Ernährungswissenschaft, Ernährungsphysiologie, Epidemiologie und Public Health Nutrition durch. Zudem bietet die Universität Paderborn seit 2016 im Lehramtstudium für Gymnasien und Gesamtschulen bundesweit erstmalig das Fach „Ernährungslehre“ als weiteres Fach im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen (MINT) Aufgabenfeld an. Somit leistet der Standort einen Betrag zur Vernetzung von Ernährungsbildung und Gesundheitsförderung.

Ist die Politik gut beraten, wenn sie auf die Wissenschaft hört?

Buyken: In den letzten Jahren werden auch in Deutschland zunehmend ernährungspolitische Maßnahmen eingeführt. Dies sollte zukünftig noch stärker evidenzbasiert erfolgen – die Wissenschaft liefert bereits wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit dieser Maßnahmen unter Alltagsbedingungen. Zudem bedarf die Umsetzung der Maßnahmen einer vertieften wissenschaftlichen Begleitforschung, um die Effektivität der Maßnahmen – im Sinne eines Public Health Action Cycles – unter Einbindung aller Akteure regelmäßig zu überprüfen und anzupassen.

Silke Heller-Jung führte das Interview. Sie hat in Frechen bei Köln ein Redaktionsbüro für Gesundheitsthemen.
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